road-movie: The Big Underwear Social Tour

„Um zur Big Underwear Religion zu gehören, braucht man nichts zu tun – man ist automatisch dabei“.

(Bobarino Gravittini)

 

Ein spannendes Road-Movie quer durch Mittelamerika

Puebla beschn.

Der Film begleitet eine internationale Straßenzirkus-Karawane auf ihrer Tour

Von Puebla in Mexiko startet eine Straßentheater-Karawane in einem umgebauten Tour-Bus in Richtung Panama. Drei Generationen, 19 Menschen aus 9 Ländern, leben, arbeiten, streiten und feiern drei Monate auf engstem Raum. Nicht nur sprachliche Barrieren gilt es zu meistern: Verschiedenste kulturelle Zugänge, Erwartungen und Träume werden sichtbar. Der Zuschauer hat unmittelbar Anteil an den Höhen und Tiefen dieser besonderen und aufregenden Tour. Immer nah am Geschehen begleitet der Film die Reise während zweier Monate.

Bus schieben

Die Reise führt über kleine Dörfer, Mangrovensümpfe, hohe Vulkane und verliert sich beinahe im Großstadtdschungel. Atemberaubende Landschaften ziehen vorüber, quirlige Märkte wechseln sich ab mit Bergen von Müll. Manches Mal bleibt der Bus stecken, Strom wird geangelt, neben den alltäglichen Herausforderungen gilt es Abgründe, Straßenhindernisse und Grenzbarrieren zu überwinden.

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Und immer wieder rückt die Show in den Mittelpunkt: Wie sie das Publikum mitreißt oder auch irritiert, wie die Menschen reagieren, was sie fühlen, woran sie denken. Die Begegnungen der Künstler mit ihrem Publikum, vor allem vor und nach den Vorführungen, zeigen, wie weit ihre Shows sie selbst berühren und verändern.

Tuch Kuehe

Das intensive Zusammenleben birgt überraschende Wendungen, bringt wunderschöne Momente und ungeahnte Konflikte hervor, der kollektive Prozess untereinander spielt eine zentrale Rolle. Die Künstler organisieren alles selbst, von den zahlreichen Aufführungen, Bühnenaufbauten und Fahrzeugreparaturen bis zu Verpflegung und Übernachtungen.

Hitze, Staub und Sturzregen, begeisternde Vorführungen und der Einfluss des Publikums, das gespannt das Spektakel erwartet, stehen manches Mal im Gegensatz zu den Absichten und Erwartungen der Akteure. An keinem anderen Ort befindet sich der Künstler so nahe im Kontakt mit dem Publikum wie auf der Straße.

Die Reise geht „back to the basics” und zeigt zentrale Elemente des Straßentheaters, wie es seit Jahrhunderten gelebt und praktiziert wird.

D, 2013, 80 Min., von Ralf Schauwacker

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